Tierwohl in der Tierhaltung

Unsere Verantwortung gemeinsam mit den Erzeugern.

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Wir haben den Anspruch, dass die Tiere, die wir schlachten und verarbeiten, vernünftig gehalten und aufgezogen werden. Wir von Tönnies unterstützen unsere Erzeuger dabei, Tierwohl und Tierschutz in der Haltung sicherzustellen und weiter auszubauen.

Tierwohl in der Tierhaltung

Wir von Tönnies unterstützen unsere Erzeuger dabei, Tierwohl und Tierschutz in der Haltung sicherzustellen und weiter auszubauen. Wir sind im engen Austausch mit ihnen, damit sie an den richtigen Stellen ansetzen und um gemeinsam Ansätze zu finden, wie sich Investitionen in die Haltung auch für Landwirte lohnen.

Dr. Wilhelm Jaeger

Leitung Abteilung Landwirtschaft

Wichtige Kennzahlen

Unsere Maßnahmen

Ansprechpartner für Erzeuger rund um Tierwohl

Im Durchschnitt hat ein deutscher Landwirt 2018 ca. 135 Menschen ernährt, 1990 waren es 69. Landwirte arbeiten heute viel produktiver. Gleichzeitig erwarten Verbraucher aber auch, dass qualitativ hochwertige Produkte zu einem fairen Preis rund um die Uhr verfügbar sind.

Landwirte müssen große Mengen an Topprodukten erzeugen, für eine artgerechte Haltung von immer mehr Tieren sorgen und regelmäßig in ihre Haltung investieren, um gesetzliche Auflagen zu erfüllen.

Wir von Tönnies unterstützen unsere Erzeuger dabei, diese Aufgaben zu meistern und zukunftsfähig zu bleiben.

Betrachtung aller Tierwohl-Maßnahmen als Ganzes

Kein landwirtschaftlicher Betrieb ist wie der andere. In den letzten Jahren haben sich verschiedene Haltungs-, Fütterungs- und Managementsysteme entwickelt. Daher gibt es auch keinen Königsweg bei der Tierhaltung, der für alle geeignet ist.

Aus demselben Grund gibt es kein per se gutes oder schlechtes Haltungssystem. Entscheidend ist die detaillierte, tierbezogene Betrachtung über die Lebenszeit der Tiere. Bei allen Programmen und Verbesserungen, die Tönnies mit seinen Erzeugern anstößt und umsetzt, liegt der Fokus daher auf einer genauen Betrachtung des einzelnen Tieres.

Tierwohl-Maßnahmen sind ganzheitlich zu betrachten. Verbesserungen bei der Tierhaltung können sich generell auf Zucht, Aufzucht, Mast, Haltung, Fütterung und Transport beziehen. Aber alle Veränderungen in einem Bereich können sich auf darauffolgende Bereiche auswirken.

Vier zentrale Faktoren für mehr Tierwohl

Für unsere Erzeuger und uns von Tönnies zählen vier zentrale Faktoren, um Tierwohl-Verbesserungen in der Haltung erfolgreich zu erreichen. Diese vier Faktoren sind für uns wichtige Stellschrauben, an denen wir gemeinsam mit unseren Erzeugern drehen – für mehr Tierwohl in der Haltung.

  1. Tierwohl-Verbesserungen sind in der arbeitsteiligen Erzeugung nur durch einen gemeinsamen Ansatz der Beteiligten sicherzustellen. Daher sieht sich Tönnies hier auch in der Verantwortung.
  2. Tierwohl-Verbesserungen müssen an den wissenschaftlich abgesicherten Kriterien ansetzen – daran arbeitet die Tönnies Forschung intensiv und mit einem jährlichen Budget von ca. 300.000 EUR.
  3. Tierwohl-Verbesserungen über gesetzliche Standards hinaus kosten Geld. Dieses Geld sollte auch in großen Teilen beim Erzeuger ankommen – daher gilt es, geeignete Anreize für Erzeuger zu setzen.
  4. Die durch Tierärzte und Kontrolleure erfassten Daten der Schlachttier- und Fleischuntersuchung lassen umfassende Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Tiere zu. Daraus leitet die Tönnies-Abteilung Landwirtschaft Kriterien und Verbesserungen bei der Haltung ab und sucht mit Erzeugern nach Lösungen.

Mehr Tierwohl durch eine transparente Haltungskennzeichnung

Gemeinsam mit den deutschen Handelsunternehmen hat Tönnies im Jahr 2018 in Deutschland die Haltungskennzeichnung für Fleisch eingeführt (mehr unter www.haltungsform.de). Inzwischen kann man auf allen Verpackungen und an den Frischetheken sehen, wie die Tiere gehalten wurden, deren Fleisch wir essen.

Es ist wichtig, dass der Verbraucher einfach und direkt erkennt, aus welcher Haltungsform das Tier stammt. Die mittlerweile im deutschen Handel einheitliche Kennzeichnung – Stallhaltung (1), StallhaltungPlus (2), Außenklima (3) oder Premium/Bio (4) – bietet klare Transparenz für den Verbraucher.

Tönnies bietet Fleisch aus allen vier Haltungsformen an. Nun geht es darum, die Nachfrage für Fleisch aus den höheren Haltungsstufen zu steigern. Mit einer gemeinsamen und einheitlichen Darstellung einer Haltungskennzeichnung kann das Niveau der Tierhaltung insgesamt in der Breite steigen. Tönnies setzt sich dafür ein, dass Fleisch von Betrieben der Initiative Tierwohl in Zukunft möglichst breit verfügbar ist, möglichst durchgängig die erforderlichen Kriterien der Haltungsform 2 (StallhaltungPlus) erfüllt und so zu einem Basis-Qualitätsstandard hierzulande wird.

Weitergehende Programme aus den Stufen Außenklima (3) und Premium (4) ergänzen diesen Ansatz, um die Nachfrage nach umfangreicheren Tierwohlprogrammen zu bedienen.

Noch besser wäre eine gesetzliche Festlegung oder sogar Verpflichtung zur Kennzeichnung der Haltungsform. Deshalb bringt Tönnies sich aktiv in die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministeriums bei der Umsetzung eines staatlichen Tierwohlkennzeichens ein. Dieses Kennzeichen könnte ein weiterer Schritt hin zu einer verbindlichen Haltungskennzeichnung für alle Vermarktungswege von Fleisch in Deutschland sein.

1. Tierwohl-Verbesserungen sind in der arbeitsteiligen Erzeugung nur durch einen gemeinsamen Ansatz der Beteiligten sicherzustellen. Daher sieht sich Tönnies hier auch in der Verantwortung.

Alle Akteure in der Wertschöpfungskette sind dem Tierwohl verpflichtet

Die RFID-UHF-Ohrmarke: speichert Informationen von Geburt bis Schlachtung

Lebensmittel werden im 21. Jahrhundert arbeitsteilig hergestellt. Um mehr Tierwohl zu sichern und zu finanzieren, sind alle Akteure in der Wertschöpfungskette gefordert.

Tönnies tauscht sich mit den Partnern in der Wertschöpfungskette mit dem Anspruch aus, die oft unterschiedlichen Ziele im Bereich Tierwohl auf einen Nenner zu bringen. Mit dem Handel ist Tönnies insbesondere dazu im Gespräch, wie sich Tierwohl-Programme vermarkten und monetarisieren lassen. Denn nur, wenn die Landwirte die finanziellen Mittel, die sie in die Haltung stecken, wieder als Gewinn erhalten, können und werden sie weiter mehr Tierwohl etablieren.

Mit Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Wissenschaft & Forschung, NGO, Verbänden, Lebensmittelhandel usw. sind viele Akteure an der Tierwohl-Verbesserung beteiligt. Daher erfordert es manchmal mehr Zeit, als wir uns wünschen, bis Tierwohl-Verbesserungen und die Anreiz-Systeme dazu in die Tat umgesetzt werden und die Produkte in teilnehmenden Läden erhältlich sind.

2. Tierwohl-Verbesserungen müssen an den wissenschaftlich abgesicherten Kriterien ansetzen – daran arbeitet die Tönnies Forschung intensiv und mit einem jährlichen Budget von ca. 300.000 EUR.

Tönnies Forschung für mehr Tierwohl in der Praxis

Die Tönnies Forschung trägt dazu bei, tierwohlrelevante Kriterien für die Nutztierhaltung weiter zu erforschen und Empfehlungen für die Praxis abzuleiten. Sowohl die durch die Tönnies Forschung geförderten Arbeiten als auch externe Arbeiten bringen wertvolle Erkenntnisse hervor.

Beispielsweise sind in den letzten Jahren viele Projekte zum Thema „Schwanzbeißen“ bei Schweinen durchgeführt worden. Dazu organisierte die Tönnies Forschung unter anderem im Oktober 2014 einen Workshop „Schwanzbeißen“ mit Projektleitern und Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen. Die meisten Arbeiten bezogen sich auf die Haltung von Mastschweinen.

Wissenschaftler und Praktiker des Workshops Schwanzbeißen

Ausgewählte Ergebnisse des Workshops

  • Zum Schwanzbeißen können sehr verschiedene Faktoren beitragen. Daher unterschieden sich die Risikofaktoren je Betrieb und die Lösungen, die für einzelne Betriebe in Frage kommen.
  • In zwangsbelüfteten Voll- oder Teilspaltensystemen spielen zum Beispiel die Kriterien Beschäftigungsmaterial, Fütterung, Wasserversorgung sowie Gesundheit der Tiere eine wesentliche Rolle.
  • Die Beobachtung durch den Tierhalter ist beim Schwanzbeißen zentral: Wird das Problem früh erkannt, ist es möglich, früh einzugreifen und Maßnahmen einzuleiten, um strukturelle Änderungen vorzunehmen.
  • Die (ernährungs-)physiologischen Faktoren der Entstehung von Nekrosen wurden bisher unterschätzt. Daher fördert die Tönnies Forschung künftig verstärkt Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen Darmgesundheit und Schwanzbeißen thematisieren.

3. Tierwohl-Verbesserungen über gesetzliche Standards hinaus kosten Geld. Dieses Geld sollte auch in großen Teilen beim Erzeuger ankommen – daher gilt es, geeignete Anreize für Erzeuger zu setzen.

Die Initiative Tierwohl existiert seit 2015

Initiative Tierwohl über gesetzliche Standards hinaus

Der größte Aufwand für Verbesserungen des Tierwohls in der Haltung liegt bei den Erzeugern. Diese müssen es honoriert bekommen, wenn sie die Haltung ihrer Tiere über die gesetzlichen Standards hinaus verbessern.

Sie sollten sich zum Beispiel sicher sein können, dass sie eine Investition wie den Neubau eines modernen Stalls Jahr für Jahr abbezahlen können. Das gelingt nur, wenn der Handel für bestimmte Tierwohl-Verbesserungen dauerhaft höhere Einkaufspreise zahlt und der Verbraucher ebenfalls bereit ist, für diese gekennzeichneten Produkte mehr Geld auszugeben.

Dass eine Vergütung auf Basis der vom Landwirt umgesetzten Maßnahmen etwas verändern kann, zeigt die Initiative Tierwohl.

Momentan laufen die Verhandlungen für die nächste Phase der Initiative Tierwohl ab 2021. Tönnies setzt sich dafür ein, dass Fleisch von Betrieben der Initiative Tierwohl in Zukunft möglichst breit verfügbar und möglichst durchgehend als Fleisch der Haltungsform 2 (StallhaltungPlus) gekennzeichnet wird.

Initiative Tierwohl strebt flächendeckende Umsetzung an

Tönnies ist Gründungs- und Entwicklungspartner der Initiative Tierwohl. Die 2015 gestartete Initiative Tierwohl ist ein Zusammenschluss aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft, Tierschutz-Organisationen und Lebensmittelhandel. Zentrales Ziel ist es, möglichst vielen Landwirten ein Angebot zu machen, um möglichst flächendeckend mehr Tierwohl umzusetzen.

Im Rahmen der Initiative haben sich teilnehmende Händler verpflichtet, pro verkauftem Kilogramm Schweinefleisch und -wurst 6,25 Cent (seit 2018) an die Initiative abzuführen. Dabei kommen jährlich insgesamt ca. 130 Millionen Euro zusammen, aus denen die Landwirte für ihre Tierwohl-Verbesserungen honoriert werden.

Anfang 2018 verzeichnete die Initiative Tierwohl laut eigener Angaben 4.000 schweinehaltende Betriebe mit ca. 26 Millionen Schweinen, denen die Tierwohl-Maßnahmen zu Gute kommen.

Weitere Informationen: www.initiative-tierwohl.de

Kennzahlen zur Initiative Tierwohl

4. Die durch Tierärzte und Kontrolleure erfassten Daten der Schlachttier- und Fleischuntersuchung lassen umfassende Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Tiere zu. Daraus leitet die Tönnies-Abteilung Landwirtschaft Kriterien und Verbesserungen bei der Haltung ab und sucht mit Erzeugern nach Lösungen.

Amtliche Schlachtuntersuchung für lückenlose Befunddaten zum Tierwohl

Amtliche Tierärzte und Fleischkontrolleure des Kreises untersuchen jedes bei Tönnies geschlachtete Tier. Ziel ist es, den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden der Tiere bei ihrer Ankunft am Betrieb und den Zustand des Tieres am Schlachtband festzustellen.
Am Schlachtband geht es darum, den Schlachttierkörper und die inneren Organe zu untersuchen. Alle Befunddaten werden bei Tönnies in der Abteilung Landwirtschaft gesammelt, analysiert und archiviert. Die erfassten Befunddaten lassen ausführliche Rückschlüsse auf das Wohlbefinden der Tiere während ihrer Haltung zu.

Ein Tierarzt untersucht die Gesundheit der Schweine bei der Ankunft

Diese Befunddaten sind gute Indikatoren für das Tierwohl

Gesunde Gelenke bei einem Schwein sind ein Zeichen für eine angemessene Haltung. Wenn hingegen Entzündungen an den Gelenken auftreten, kann das ein Signal dafür sein, dass die Tiere sich zu wenig bewegen und zu viel liegen oder sich Verletzungen zuziehen, über die Keime eindringen. Die Befunddaten dokumentieren eventuelle Verletzungen.

Wenn sich die Tiere gegenseitig in die Schwänze beißen, ist dies ein Zeichen für Stress. Er wird z.B. durch Futterneid, mangelnde Hygiene oder eine zu enge Haltung hervorgerufen. Eine optimale Haltung ist keine Garantie dafür, dass das Verhalten ausbleibt. Aber gute Hygiene und Getreidequalität, ausreichend Platz an den Futterstellen und Beschäftigungsmöglichkeiten helfen vielfach, die Unversehrtheit des Schwanzes sicherzustellen.

Auch das sogenannte Ohrenbeißen ist eine Reaktion der Tiere auf Stress. Ähnliche Faktoren wie beim Schwanzbeißen können dazu beitragen wie Futterneid, mangelnde Hygiene, eine zu enge Haltung o.ä. Daher wird im Rahmen der amtlichen Untersuchungen auch geprüft, ob die Ohren der Tiere Verletzungen aufweisen. Das wird in den Befunddaten festgehalten.

So wie viele von uns können auch Mastschweine Atemwegsinfektionen haben. Oft kann man sie auch nach einer Ausheilung der Infektion noch am Schlachtband erkennen. Um Infektionen zu reduzieren, ist eine aufmerksame Steuerung des Stallklimas von großer Bedeutung. Zentrale Aufgabe ist es, die Wohlfühltemperaturen der Schweine im Stall sicherzustellen. Zudem können Ammoniakrückstände von entstandener Gülle der Tiere die Atemwege belasten. Daher werden die Atemwegsorgane bei der Fleischuntersuchung genau beobachtet.

Ein gesunder Darm ist bei Schweinen wesentlich für die Verdauung, für die hohen Leistungen des Tieres, aber auch für das Immunsystem. Ca. 70 Prozent der vom Körper gebildeten Antikörper werden von der Darmschleimhaut freigesetzt. Ist der Darm nicht gesund, steigt das Krankheitsrisiko bei den Tieren. Daher gilt es für Landwirte darauf einzuwirken, dass die Schweine das Gleichgewicht der Darmflora erhalten.

Die Leberbefunddaten enthalten oft wichtige Aufschlüsse über den Befall der Leber mit Krankheiten wie Würmern. Würmer sind kein Gesundheitsrisiko für die Tiere, aber die Leistung der Tiere reduzieren sich und damit oftmals auch ihr Wachstum in der Mast. Entwurmungen zu Beginn der Mast sind daher ein gängiges Mittel bei der Mast. Die Leberbefunddaten werden von Tönnies detailliert dokumentiert.

Die Parameter werden zu jedem Tier analysiert und systematisch ausgewertet. Sie werden den landwirtschaftlichen Betrieben zurückgespiegelt, insbesondere bei auffälligen Auswertungen. Sie sind die Grundlage für eine Beratung der Betriebe, um das Tierwohl dauerhaft zu verbessern. Die Betriebe erhalten von Tönnies auch die entsprechende Infrastruktur mit einer internetbasierten Datenrückmeldung und Auswertung für den individuellen Betrieb.

Unsere nächsten Ziele

Über die 100%-ige Tochtergesellschaft, Tönnies Livestock, werden die Anforderungen an kettenübergreifende Systeme zur Verbesserung der Tiergesundheit, der Lebensmittelsicherheit sowie der Unterstützung der Zuchtarbeit und der Weiterentwicklung tierfreundlicher Haltungssysteme fokussiert. Tönnies Livestock und Tönnies werden weiterhin vertrauensvoll und uneingeschränkt mit Vermarktern und Viehhandelsgesellschaften als Partner zusammenarbeiten. Ziel ist es, gemeinsam die Rückendeckung durch den Handel und die Akzeptanz bei den Verbrauchern zu sichern. Dabei arbeiten wir Hand in Hand mit unseren Lieferanten und Landwirten so praxisorientiert wie möglich daran, das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Zwängen und moderner Tierhaltung zu optimieren.

Die Weiterentwicklung zu den Haltungssystemen der Zukunft, die tiergerecht sind und dem Empfinden der Tiere entgegenkommen, ist eine maßgebliche Aufgabe. Tönnies hat bereits heute einen klaren Fahrplan, um diese Aufgabe anzugehen. So werden schon heute 30% der Schweine in übergesetzlichen Standards gehalten. Zudem heben wir das Tierwohlniveau für das gesamte Angebot im deutschen Lebenmitteleinzelhandel auf die Haltungsform Stufe 2. Diese Quote sowie die Zahl der landwirtschaftlichen Partner mit Tierwohl-Stall wollen wir weiter kontinuierlich ausbauen. Zudem schaffen wir ein ausreichendes Angebot aus den höheren Haltungsstufen

Als Vorreiter beschäftigen wir uns bereits seit Jahren mit alternativen Haltungsformen. Unsere Wissenssammlung zum Bau von Tierwohlställen teilen wir mit interessierten Landwirten und Partnern. In Zusammenarbeit mit Experten haben wir Konzepte zu Neubauten im Bereich Offenfrontstall sowie praktikable Umbaulösungen für vorhandene Ställe entwickelt. Schon in Kürze wollen wir das Angebot für die Haltungsform 3 auf 3000 Schweine pro Woche erhöhen. Gleichzeitig wird der Bau von Offenfrontställen organisatorisch sowie strukturell gefördert und weiter vorangetrieben.

Tönnies arbeitet gemeinsam mit Partnern daran, auch die Ferkelerzeugung weiterzuentwickeln. So läuft momentan ein Großprojekt mit Ställen, die den Freilauf der Sauen mit einem Gruppensäugen der Ferkel ermöglichen.

Nun geht es darum, dass die Haltungsform 2 StallhaltungPlus zum Grundsortiment in allen deutschen Einzelhandelsgeschäften wird. Einer Verzahnung der Kriterien mit den derzeit entwickelten Konzepten des staatlichen Tierwohlkennzeichens steht nichts im Wege. Wir planen 2021 die umfassende Umstellung unseres Schweinefleisches und ausgewählter Wurstprodukte für den Lebensmitteleinzelhandel auf die Haltungsform 2.

Letztendlich sollten auch die anderen Vermarktungswege mitziehen oder eine gesetzliche Verpflichtung für eine umfassende Haltungskennzeichnung stehen. Tönnies bemüht sich aktiv, auch Kunden aus der Gastronomie und Foodservice zu motivieren, Fleisch von Tieren aus höheren Haltungsstufen zu vermarkten.

Gemeinsam mit unseren Partnern in der Kette, darunter der LEH, die Landwirtschaft sowie weitere Stakeholder aus der Milch- und Fleischwirtschaft, arbeiten wir in einer Projektgruppe für die Erweiterung der Initiative Tierwohl und der Haltungsform 2 für Rinder. Gleichzeitig wollen wir auch die Haltungsform 3 vorantreiben.

Zusammen mit Partnern im LEH arbeiten wir aktiv am Ausbau von Qualitätsfleischprogrammen, die Tierwohl und Klimaschutzmaßnahmen in der Rinderhaltung nachhaltig fördern. Seit 2014 steigern wir im Rahmen des BEST Beef-Programms kontinuierlich die Verbesserung der Haltungsbedingungen von  Milchkühen und entwickeln es kontinuierlich mit Partnern aus Landwirtschaft und Branche gemeinsam weiter. Mit Bestbeef greifen wir die Forderungen von Gesellschaft und Politik nach mehr Tierwohl erfolgreich auf.

Ein entsprechendes Tierwohllabel für Rinder gibt es derzeit noch nicht. Hier wollen wir aktiv den Prozess der Erarbeitung einer entsprechenden Kennzeichnung vorantreiben. Wir sind uns sicher, dass uns das gemeinsam mit allen Partnern in der Kette gelingen wird. Hierbei zählen wir auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Rind der Borchert-Kommission.

Tönnies beteiligt sich am SAI/ERBS (Sustainable Agriculture Initiative Platform/European Round Table Sustainable Beef). Wir erarbeiten dabei gemeinsam mit Partnern des Handels, der Fleischbranche und mit weiteren Stakeholdern auf deutscher und europäischer Ebene Strategien und Konzepte, mit denen nachhaltig das Tierwohl und die Haltungsbedingungen von Rindern verbessert werden sollen. Im Mittelpunkt aktueller Projekte stehen die Senkung negativer CO2-Verbräuche in der Rinderhaltung, der Antibiotikaeinsatz und die Anbindehaltung.

Damit beschäftigen wir uns

  • Nachhaltige Fütterungsstrategien
  • Antibiotikareduktion
  • Verbesserung des Güllemanagements
  • Klimaschutzfreundlichen Offenstallkonzepte
  • Ressourcenschutz
  • Tönnies-Partnerschaft
    • Abnahmeverträge zwischen Landwirt, Viehhandel und Tönnies, mit definierten Parametern hinsichtlich Tierwohl, Nachhaltigkeit und Konditionen
  • Ziele der Partnschaft
    • Transparenz in der Vermarktung steigern
      • Mehr Identität in der Fleischvermarktung
      • Kalkulierbares Erfassungsvolumen mit Herkunftsinformationen
    • Planungssicherheit
      • Planbare Betriebsabläufe
      • Verbesserter Liefermengen-Forecast
    • Erhöhung der betrieblichen Leistung im Stall
      • Weiterentwicklung von Tiergesundheit und Tierwohl für mehr Fleischqualität
      • Digitale Rückführung von umfassendem Datenmaterial
      • Tönnies Agrarportal (inkl. APP)
  • Liefer-/Abnahmeverträge
  • Einbindung der Ferkelerzeugung
  • Aktive Unterstützung in den Einstieg der Haltungsstufe 2
  • Höchstes Qualitäts- und Serviceniveau
    • Bei gesicherter Mengenverfügbarkeit und einem fairem Preis-/Leistungsverhältnis für die gesamte Kette
  • Grundlegende Tierwohlstandards
  • Wissenschaftlich abgesicherten Kriterien über unsere Tönnies Forschung
  • Optimierung Viehtransport
  • Erhalt der deutschen Schweineproduktion durch Neu-/Umbaukonzepte für Tierwohlställe

Der Experte

Das funktioniert durch moderne Technik, durch den Beitrag von Landwirten, Tierärzten usw. Zudem sind wir durch Regularien intensiv gefordert, diese Daten zu erheben und dokumentieren. Dazu sammeln, archivieren und analysieren wir Daten zu Gesundheit, Wachstum, tierärztlichen Untersuchungen usw. Z.B. Daten zu Blutwerten, Antibiotika-Einsatz. Bei Schweinen funktioniert das über Ohrmarken, in denen wichtige Daten gespeichert und – wenn gewünscht – auslesbar sind. So verbessern wir unsere Zusammenarbeit mit Landwirten weiter und können unsere Rohstoffe für Handel und Verbraucher zurückverfolgen.

Wir senden die Befunddaten der Tiere regelmäßig an unsere Landwirte. Die wissen also, dass wir einen Ausschnitt der Situation im Stall kennen. Wenn bestimmte Grenzen überschritten sind, kommen die Erzeuger häufig von sich aus auf uns zu und fragen nach Rat. Wir suchen gemeinsam mit den Landwirten vor Ort nach Ursachen und besprechen einen Weg, wie man die Situation verbessert. Dann beobachten wir, ob die Werte in den Befunddaten besser werden.

Wir sind beide in erster Linie Geschäftspartner und haben wirtschaftliche Interessen. Aber wir haben auch beide am meisten von der Partnerschaft, wenn wir die Ziele des anderen verstehen und uns dafür einsetzen. Für uns von Tönnies heißt das: die Landwirte müssen von den Verbesserungen im Stall-Management genauso profitieren wie wir. Zudem brauchen wir eine klare Rollenverteilung: Der Landwirt weiß am besten, was in seinem Stall passiert und entscheidet, was er verändert. Wir unterstützen ihn wo wir können.

Fragen Sie uns!

Dialog ist uns wichtig. Deshalb wollen wir Ihre Fragen hören und uns mit den Themen auseinandersetzen, die Sie beschäftigen. Schreiben Sie uns!
Unser Ansprechpartner Dr. Wilhelm Jaeger, Leiter Abteilung Landwirtschaft Tönnies, beantwortet Ihre inhaltlichen Fragen an dieser Stelle. Bei inhaltsgleichen Fragen werden die Antworten von uns gebündelt.

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    Dr. Wilhelm Jaeger

    Leitung Abteilung Landwirtschaft